5. Rehabilitation

Rehabilitation ist die Wiedereingliederung von Menschen, die aus den verschiedensten Gründen aus ihrem normalen Leben herausgerissen waren, in ihre frühere Umgebung, Familie (Arbeit, Beruf und Gesellschaft) sowie die Eingliederung behindert Geborener in die Welt normaler Menschen. Dieses weite Spektrum deutet schon an, dass Rehabilitation eine vielfältige Aufgabe ist. Da die Rehabilitation von ihrem Verständnis her auf solche Personen gerichtet ist, die auf irgendwelche Weise gesundheitliche Schäden ertragen haben (selbstverschuldet, fremdverschuldet, schicksalverschuldet, psychischer oder physischer Art), kommt der Medizin eine herausragende Rolle dabei zu.

Dazu stellt die Gemeinschaft (Der Staat) die Mittel zur Verfügung und der Arzt sein Können. In
§10 Sozialgesetzbuch ist das Recht der Behinderten auf eine Behandlung ihrer Behinderung und auf Eingliederung in die Gemeinschaft sowie das Arbeitsleben entsprechend ihrer Neigungen und Fähigkeiten verbürgt. Letztendlich wird Rehabilitation ein Kompromiss zwischen Patient, Gesellschaft und dem Arzt sein. Das Ziel ist:

 
Selbstbestimmung statt Fremdbestimmumg
Hoffnung gegen Angst
Solidarität gegen Beziehungslosigkeit
Verantwortung statt Selbstmitleid

Die Rehabilitation kann nicht Aufgabe eines Einzelnen sein. Sie bedarf der Zusammenarbeit zahlreicher Spezialisten, unter denen Der Arzt nur Einer unter Vielen ist. Je nach gesundheitlicher Störung (physischer, psychischer oder sozialer Art) sind die zu treffenden Maßnahmen unterschiedlich. Dem Arzt steht dabei die Aufgabe zu, die Gesundheitlichen Belange der Betroffenen zu betreuen und zu begutachten. So ist er dafür verantwortlich dass die Zumutbarkeit der einzelnen Rehabilitationsmaßnahmen die Möglichkeiten des Betroffenen nicht übersteigt und dass diese Maßnahmen seinem Krankenstatus entsprechen.

Medizinische Rehabilitation: Ziel ist die Erhaltung oder Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit. Die medizinische Rehabilitation kann je nach den Erfordernis in Badekurorten mit freier offener Unterbringung, in Sanatorien mit geschlossener Unterbringung, in Rehabilitationskliniken oder in Schwerpunktskliniken erfolgen. Sanatorien und Kliniken sind ärztlich geführt, bei der freien Unterbringung hat der Patient die Wahl eines am Ort praktizierenden Arztes.

Berufliche Rehabilitation: Ziel ist die Wiedereingliederung in einen Beruf. Dazu gibt es Berufsbildungswerke zur Erstausbildung behinderter Jugendlichen, Berufsförderungswerke zur Ausbildung und Umschulung Erwachsener und Werkstätten für Behinderte (geistig Behinderte und Schwerbehinderte). Diese Institutionen werden von Fachkräften verschiedener Art (Lehrer, Handwerker, Sozialpädagogen und so weiter) geleitet. Angeschlossen sind spezielle Dienste zur medizinischen, psychologischen, sozialen und pädagogischen Betreuung.

Schulische Rehabilitation: Die vorschulische und schulische Ausbildung von behinderten Kindern und Jugendlichen erfolgt in Sondereinrichtungen, die vom übrigen System getrennt sind.

Eine große Hilfe können Selbsthilfegruppen sein, die von einem Arzt betreut werden müssen. Solche Selbsthilfegruppen haben sich zum Beispiel bei Herzgeschädigten, die ihre Gesundheitsschäden dramatisch miterleben, besonders bewährt, wogegen solche Gruppen bei Diabetikern, deren Krankheit über lange Zeit weitgehend unbemerkt verläuft, weniger erfolgreich sind. Bei manchen Alkoholikern sind Selbsthilfegruppen der einzige Weg aus der Alkoholsucht zu kommen.

Überhaupt spielt die soziale Komponente bei der Rehabilitation eine ausschlaggebende Rolle, denn der Mensch kann sich nur in der Gemeinschaft entfalten, er sucht Lob und Anerkennung für sein Bemühungen und möchte anderen helfen. Aus diesem Grund wird auch angestrebt zum Beispiel die Ausbildung behinderter Kinder und Jugendlichen im Rahmen des normalen Schulsystems durchzuführen um soziale Benachteiligungen und Barrieren zwischen Behinderten und Nichtbehinderten abzubauen.

Organtransplantation